Der Transfer von Michael Cuisance zum FC Bayern München war definitiv einer, bei dem man als Fussballfan zweimal hinhören musste – sowohl auf Gladbacher, als auch auf Münchener Seite. 

Der an seinem Wechsel zum Rekordmeister 20 Jahre jung gewordene 56(!) Fache Junioren-Nationalspieler Frankreichs (8 Tore), fühlt sich nach eigenen Aussagen bereit für den nächsten Schritt. Der Schritt vom Ergänzungsspieler bei Gladbach nach München, scheint zunächst zugegebenermaßen recht groß. Wurde der Linksfuß in der Saison 17/18 von den Fohlen-Fans noch zum Spieler der Saison gewählt, kam er im letzten Jahr nicht über 12 Einsätze (269 Minuten) hinaus. 

Dabei spielten dem technisch sehr ambitionierten Cuisance in seinem ersten Jahr sicherlich das nötige Verletzungspech im Gladbacher Mittelfeld in die Karten. Letzte Saison etablierten sich im 3er Borussen Mittelfeld dann vor allem Zakaria, Hofmann, Neuhaus und Strobel vor dem Talent. Die Unzufriedenheit über zu wenig Einsätze dürfte dann letztlich zu dem geführt haben, was Trainer Marco Rose als “Fehlverhalten” bezeichnete. Für ihn sei Borussia “zu klein geworden”, hieß es auf der aktuellen Pressekonferenz. Bei 12 Einsätzen in der abgelaufenen Saison eine nur schwer zu verstehende Äußerung. Umso mehr vor dem Hintergrund, dass die Borussia für junge, ambitionierte Spieler immer wieder ein hervorragendes Sprungbrett sein kann, allerdings erst nachdem besagten Spielern der Durchbruch  gelungen ist (Reus, Xhaka, Dahoud, Hazard etc.).

Die Fohlen verlieren vor allem ein Talent, mit dem man aus Vereinssicht längerfristige Pläne hatte. Da dürften, bei aktuellen Marktwertpreisen, auch die 10 Million € Ablöse kaum vertrösten. Dass der junge Franzose mit exzellenten fussballerischen Fähigkeiten ausgestattet ist, wird jedem Fussballliebhaber nach wenigen Ballkontakten klar. Schnelle Richtungswendungen, enge Ballführung, unvorhergesehene Schnittstellenpässe, wuchtige Distanzschüsse – das erhoffen sich nun die Münchner vom Mittelfeld-Regisseur der U20 Frankreichs. Welche Rolle ihm dabei zuteil wird, werden die ersten Wochen an der Säbener Straße zeigen. Denkbar wäre, Cuisance als Thiago Backup zu etablieren, um bei Abwesenheit des spanischen Spielmachers das kreative Loch im zentralen Mittelfeld zu füllen. Wenn der Franzose die noch zu häufig vorkommenden unsauberen, oft zu risikoreichen Pässe in den Griff bekommt und dabei bestenfalls, ähnlich wie Thiago, deutlich an Zweikampfhärte zulegt, kann Cuisance der große Schritt vom Niederrhein in die Welt des Rekordmeisters gelingen.

 

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