IST DER COACH IMMER SCHULD AN DER KRISE?

Immer wieder werden Trainer heutzutage schon nach wenigen Monaten oder gar Wochen von ihren Aufgaben freigestellt. Nicht selten wird dann in der Öffentlichkeit davon gesprochen, es brauche neue Impulse oder der Trainer erreicht seine Mannschaft nicht mehr. Doch wer ist wirklich verantwortlich dafür, wenn die Mannschaft nicht mehr punktet und ihre Leistung nicht mehr abrufen kann? Ist der Schuldige allein der Trainer? Eigentlich liegt doch eins nahe: Die Spieler sind es, die letzten Endes auf dem Rasen stehen, keine Leistung mehr bringen und so die Spiele verlieren. Folgerichtig sind sie in erster Linie also auch für die negativen Ergebnisse verantwortlich. Oder?

 

DIE SCHULDFRAGE SPALTET DIE USER

Bei dem Thema spalten sich die Meinungen aller Fußballinteressierten. Viele sehen tatsächlich immer nur den Trainer als Hauptschuldigen an und nicht das komplette Team und/oder den Verein. Natürlich trägt der Trainer die Verantwortung für das gesamte Team und seine Leistungen. Dennoch sollte man eins festhalten: Ein Trainer kann nur dann auch erfolgreich arbeiten, wenn auch wirklich alle sein Konzept verfolgen und an einem Strang ziehen. Mit 58,7 Prozent sind über die Hälfte der FanQ-User der Meinung, die Trainer bekommen einfach zu wenig Zeit.

 

DAS BEISPIEL KOVAC BELEGT DIE SCHNELLLEBIGKEIT IM TRAINERGESCHÄFT

Ein gutes Beispiel für die Schnelllebigkeit als Trainer in der Bundesliga ist die Personalie Niko Kovac. Der ehemalige Bayern-Coach hatte es in seiner ersten Saison als Cheftrainer des deutschen Rekordmeisters nie wirklich leicht. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten gewann er im Sommer dennoch das Double aus Bundesliga und DFB-Pokal.Im Anschluss startete er auch durchaus erfolgreich in die neue Spielzeit. Als mehr oder weniger alle dachten, dass er wirklich in München angekommen ist, verlor die Mannschaft zuhause gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Plötzlich musste der Kroate um seinen Job bangen, den er nach einigen Spielen dann schließlich auch verlor. Aber ist dieser Umgang mit einem sicherlich guten Trainer fair?

 

GLADBACH-COACH MARCO ROSE FINDET TRAINERUMGANG MITUNTER MAKABER

Vor kurzem äußerte sich der Trainer des aktuellen Bundesliga-Tabellenführers Borussia Mönchengladbach Marco Rose in einem Interview zu genau diesem Thema und bemängelte, dass es „manchmal sehr makaber“ zugeht. Seiner Aussage nach sei es mittlerweile normal, dass in der Öffentlichkeit Gründe gesucht und Grundsatzthemen aufgemacht werden, wenn die Ergebnisse nicht stimmen – ganz egal, ob es grundsätzliche Probleme denn gibt oder nicht. Laut Rose sei eine erfolgreiche Arbeit nur dann machbar, wenn man die Dinge gelassener angeht. „Man muss einfach für sich selbst einen eigenen Weg finden, die Dinge richtig zuordnen und in der Öffentlichkeit gut zu moderieren.“ Bei FanQ sind nur 8,5 Prozent der User der Ansicht, dass der Trainer allein bei einer Krise verantwortlich gemacht werden sollte. Vielmehr glauben 71,1 Prozent, dass Trainer wie Spieler gleichermaßen die Schuld tragen sollten an einer sportlichen Talfahrt.

 

ANTE COVIC IST DAS NÄCHSTE OPFER  DER SCHNELLLEBIGKEIT

Ein weiteres aktuelles Beispiel findet man derzeit in Berlin bei der Hertha. Der Hauptstadtclub steckt nach zwölf Spieltagen in der Bundesliga mit mageren elf Punkten mitten im Abstiegskampf und muss seine zu Beginn der Spielzeit gesteckten Saisonziele wohl nach unten korrigieren. Seit Sommer hatte dort Ante Covic als Nachfolger von Pal Dardai die Führung übernommen. Für ihn ist Hertha BSC die erste Station als Cheftrainer im Profifußball, zuvor war er jahrelang als Trainer in der Jugend bei den Berlinern tätig. Nach dem erschreckenden 0:4 am vergangenen Sonntag beim FC Augsburg war abzusehen, dass auch seine Arbeit ein abruptes Ende nehmen wird. Seine Mission offensiven und mutigen Fußball in Berlin spielen zulassen ist somit nach relativ kurzer Zeit gescheitert. Nicht einmal die eigenen Fans waren zuletzt für einen Verbleib des Kroaten, sitzt die Niederlage zuvor im Stadtderby bei Union Berlin doch immer noch tief. Nach nur fünfeinhalb Monaten trennt sich Hertha nun von Covic, so schnell kann es gehen. Sein Szenario beschreibt die Schnelllebigkeit in der Bundesliga wohl ziemlich gut: Heute noch gefeiert, bist du morgen bereits entlassen.

 

TRAINER BRAUCHEN VERTRAUEN UND EIN RUHIGES UMFELD

Insgesamt kann man festhalten, dass ein Trainer nur dann erfolgreich arbeiten kann, wenn er auch das Vertrauen vom Verein spürt und zudem in einem ruhigen Umfeld arbeiten kann. Außerdem müssen vor allem auch die Spieler jeder für sich dazu bereit sein, sich für ihren Trainer und den Verein in jedem Spiel und in jedem Training zu zerreißen. Ist dies nicht der Fall, dann haben wohl selbst die besten Trainer heutzutage keine Chance, auf lange Sicht erfolgreich zu arbeiten.

 

 

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