Springt Bundestrainer Löw über seinen Schatten?

Es ist sowohl für den FC Bayern als auch für die deutsche Nationalmannschaft rund um Bundestrainer Joachim Löw eine mittelschwere Katastrophe: Nationalverteidiger Niklas Süle hat sich bei einem Zweikampf im Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg am Wochenende das Kreuzband gerissen. Der Innenverteidiger wird dem Rekordmeister voraussichtlich mindestens sechs bis acht Monate fehlen. Ein herber Rückschlag für die Mannschaft von Trainer Niko Kovac, der nach dem jüngsten 2:2 gegen den FCA ohnehin schon unter Druck steht und möglichst zügig Ergebnisse liefern muss. Für den 24-jährigen Süle kommen mit der schweren Verletzung derweil Erinnerungen hoch. Bereits 2014 hatte sich der damalige Hoffenheimer die gleiche Verletzung im zugezogen und war monatelang ausgefallen. 

EM in Gefahr

Während die Bayern in der Hintermannschaft also ab sofort auf ihren Abwehrchef verzichten müssen, ist auch sein Stammplatz in der Nationalmannschaft eine offene Planstelle. Ein Einsatz von Süle bei der EM gilt als stark gefährdet, Bayern-Präsident Hoeneß sieht eine Turnierteilnahme gar als ausgeschlossen an. Nicht viele fordern in diesen Tagen deshalb eine Rückkehr von Ex-Nationalspieler Mats Hummels, der sich bei Borussia Dortmund auf Anhieb wieder als Stamm- und Führungsspieler etabliert hat und aktuell ohne Zweifel zu den besten Innenverteidigern der Nation gehört. Dass er noch immer die Qualität für die DFB-Auswahl hat, scheint klar. Viel spannender ist die Frage, ob sich der Bundestrainer nach der Ausbootung des 30-Jährigen überhaupt mit einer Rückholaktion des 70-fachen Nationalspielers beschäftigt.

Deutschlands Alternativen

Mit Süle würde Deutschland in gewisser Weise der Hummels-Nachfolger und neue Abwehrchef fehlen, was die Nachbesetzung seiner Position zum einen immens wichtig, zum anderen aber auch enorm schwierig macht. Mit Matthias Ginter, Jonathan Tah, Antonio Rüdiger und Thilo Kehrer stünden immerhin gleich mehrere mögliche Alternativen bereit. Sie alle haben bereits Länderspiele absolviert und kennen den DFB und das Umfeld. Dazu stand mit Niklas Stark von Hertha BSC zuletzt sogar ein weiterer Zentralverteidiger im Kader von Löw. Nur eine kurzfristige Verletzung verhinderte das Länderspieldebüt des Berliner Abwehrmannes.  

Überdenkt Bundestrainer Löw seine Entscheidung?

Bei aller Auswahl kristallisiert sich dennoch schnell heraus: Hummels wäre die sicherste Wahl. Der gebürtige Bergisch Gladbacher ist in der laufenden Saison hinter Süle der zweikampfstärkste Innenverteidiger unter den Genannten. Dazu bringt er die Erfahrung von zwei WM- und EM-Teilnahmen mit. Bedenkt man all diese Faktoren, erscheint eine Wiederberufung des Defensivspezialisten in die DFB-Elf zumindest aus sportlichen Gesichtspunkten eigentlich unumgänglich – wäre da nicht die Ausbootung des Weltmeisters von 2014 durch Bundestrainer Löw. Sollte er ihn nun zurückholen, würde er sich wohl zum Teil selbst unglaubwürdig machen und womöglich auch den Fehler eingestehen, ihn nicht mehr berücksichtigt zu haben. 

Beteiligten schweigen  

Hummels selbst äußerte sich öffentlich bislang noch nicht zu dem Thema, signalisierte in den letzten Monaten vor Süles Verletzung aber durchaus Gesprächsbereitschaft. Auch Löw schweigt aktuell noch und lässt sich so somit zumindest alle Optionen offen. Die EM im kommenden Sommer startet im Juni, bis dahin bleiben noch einige Monate Zeit. Wer weiß, vielleicht muss Löw sich die Frage ja gar nicht stellen und Süle kehrt rechtzeitig wieder zurück und findet zu alter Stärke. Zu wünschen wäre es ihm – und Joachim Löw wohl auch. 

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