Die Entscheidung kam für viele überraschend: Niko Kovac ist seit vergangenem Sonntag nicht mehr Cheftrainer des FC Bayern München. Nachdem der Rekordmeister sein Bundesligaspiel am Samstagnachmittag bei Eintracht Frankfurt sang- und klanglos mit 1:5 verloren hatte, war eine Ablösung des Kroaten trotz des schlechten Ergebnisses und der allgemein schwachen letzten Wochen zunächst nicht unbedingt abzusehen. Zu ungünstig schien der Zeitpunkt für einen Trainerwechsel noch vor dem Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus und dem Bundesligaklassiker gegen den Dauerrivalen Borussia Dortmund. Auch 50,3 Prozent der Fans bewerten den Zeitpunkt in der FanQ-App als kritisch. Dabei hatte sich die Entlassung des ehemaligen Bayern-Profis nicht erst in den letzten Wochen angekündigt. Der Zeitpunkt aber überrascht dennoch und legt eins nah: Kovac hat von Anfang an nie wirklich eine faire Chance bekommen.

Bayern-Führung vertraute Kovac nie wirklich

Bereits seit seinem Amtsantritt im Sommer 2018 drängte sich die öffentliche Meinung auf, Kovac könne bei einem Verein in der Größenordnung des FC Bayern München auf lange Sicht nicht bestehen. Der Pokalgewinn mit Ex-Klub Eintracht Frankfurt war mit Blick auf die spielerischen und finanziellen Ressourcen sicher ein großer Erfolg. Dennoch war und ist er noch lange kein Qualitätsmerkmal, um die Bayern-Führung um Noch-Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nachhaltig zu beeindrucken. Schon nach den ersten spielerischen Schwankungen war klar: Niko Kovac würde es beim Rekordmeister schwer haben. Schnell wurde ihm von Medien und Vereinsführung gleichermaßen ein zu defensiver Spielstil sowie fehlende Balance zwischen Abwehr und Angriff angekreidet. Auch der starke Auftritt beim jüngsten 7:2-Erfolg gegen die Tottenham Hotspurs in der Champions League ließ die Kritik nur kurzzeitig verstummen. Bis zur Pleite gegen die SGE folgten jeweils nur knappe Siege mit einem Tor Unterschied, darunter auch der schwache Auftritt beim 2:1 gegen den Zweitligisten VfL Bochum im DFB-Pokal.

Der Rekordmeister auf der Suche nach Souveränität

Auch wenn die spielerischen Leistungen unter Kovac nicht immer überzeugen konnten, kann er doch insgesamt eine erfolgreiche Zeit in München verbuchen. Einen Punkteschnitt von 2,26 Punkten pro Spiel können in der Vereinshistorie nur Pep Guardiola und Carlo Ancelotti toppen. Sicher auch deshalb und wegen des Double-Gewinns im Sommer sind die FanQ-User bei der Frage nach dem schlechtesten FC Bayern seit Jürgen Klinsmann zwiegespalten. 42,4 Prozent halten die Kovac-Ära für die schlechteste seit Klinsmann, ebenso halten aber auch 42,4 Prozent dagegen.

Hansi Flick wohl nur eine Interimslösung

Nach der Entlassung von Kovac übernimmt nun vorerst der bisherige Assistenzcoach Hansi Flick. Ihm zur Seite steht der bisherige Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Hermann Gerland, der bereits Triple-Trainer Jupp Heynckes assistierte. Mit den kommenden Aufgaben in der Champions League gegen Olympiakos Piräus und am Samstag gegen Borussia Dortmund kommen auf ihn gleich zwei enorm wichtige Partien zu. Was die Zukunft angeht, wird man sich auch in München seine Gedanken machen und sicher bereits nach möglichen Nachfolgern Ausschau halten. Eine dauerhafte Anstellung von Flick als Cheftrainer sieht ein Großteil der Fans bei FanQ (47,7 Prozent) zumindest vor seinem ersten Pflichtspiel am Mittwochabend jedenfalls nicht.


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