Wird der Brexit Auswirkungen auf den europäischen Fußball haben?

Der erste Impuls: wenig bis keine Auswirkungen. Und so geht es den meisten Fußballfans. Nur wenige sind der Meinung, dass der Austritt Auswirkungen haben wird und oft sind diese noch unklar. So befürchten nur knapp 30% der FanQ-User große Auswirkungen und 34% sind sich unsicher darüber wie sich der Brexit tatsächlich auswirken wird. Allerdings könnte vor allem ein Austritt ohne Deal extreme Auswirkungen auf den europäischen Fußball haben. Warum die Football Association (FA) die Veränderungen befürwortet und Jadon Sancho sogar seine Arbeitserlaubnis verlieren könnte, erklären wir Dir im folgenden Blogpost.

Spieler-Wechsel nach dem Brexit

Bisher ist es deutlich einfacher für Premier League Klubs, Spieler aus der EU zu verpflichten, als Spieler von außerhalb der EU. Das könnte sich allerdings durch den Brexit bald ändern, denn dann würden wohl für alle nicht-englischen Spieler die gleichen Regularien gelten. Im Moment kann jeder europäische Spieler ab 16 Jahren fast problemlos nach England wechseln. Mit der Einführung der angedachten neuen Regelungen bräuchten diese Spieler allerdings eine Erlaubnis der Football Association. Und diese gibt es nur für Spieler, die bei einem möglichst hoch in der Weltrangliste platzierten Nationalteam möglichst viele Spiele absolviert haben. Also: Hauptsächlich gestandene Top-Spieler aus großen Fußballnationen. Außerdem soll das Limit in der Premier League von aktuell 17 nicht-europäischen Spielern pro Team auf 12 gesenkt werden.

Englische Spieler im Ausland

Vor allem in der Bundesliga haben wir in den letzten Jahren oft gesehen, dass junge britische Talente nicht lange in England bleiben, um Erfahrung zu sammeln und sich weiter zu entwickeln. Der FC Chelsea hat sogar eine ganze „Loan Army“ bei anderen Klubs untergebracht. Das heißt, der Klub verleiht ungewöhnlich viele junge talentierte Spieler an andere ausländische Klubs, um diesen die nötige Spielzeit zu geben, die sie brauchen. So etwas wäre in Zukunft mit dem Austritt Englands nur noch schwer möglich. Denn, Spieler unter 18 Jahren werden unter diesen Umständen wohl nicht mehr ohne Weiteres ins EU Ausland wechseln dürfen. Darüberhinaus wird es für die Premier League Clubs auch schwieriger werden talentierte Spieler außerhalb von England zu akquirieren.

Doch wird die Entscheidung des Brexits und des Deals oder No-Deals auch eine Rolle bei aktuellen Spielern spielen?

Die Antwort lautet: Ja! Auch auf bestehende Verträge könnte der Brexit Auswirkungen haben. Jadon Sancho, der mit 17 Jahren zu Borussia Dortmund gewechselt ist, könnte möglicherweise sogar nachträglich seine Arbeitserlaubnis verlieren. Doch werden nicht die einzigen Folgende des Brexits auf den europäischen Fußball sein…

Die englische Währung nach dem Austritt

Die Fußballer in England werden mit der englischen Währung des Pfunds bezahlt. Der ein oder andere Profi wird sich bei einem harten Brexit allerdings große Sorgen um den Wert seines Geldes und Vermögens machen. Wenn die Währung so abstürzt, wie es von vielen Experten befürchtet wird, dann ist ein Wechsel nach England auch finanziell für Spieler deutlich weniger attraktiv. Angenommen der Pfund verliert weiter an Wert, geben sich Spieler jedoch nicht automatisch mit „weniger Geld“ zufrieden. Sie wollen mindestens ein Gehalt, das genauso viel wert ist wie bei anderen europäischen Klubs.

Das Resultat: Viele englische Klubs müssten nochmal die ein oder andere Mark drauflegen. Doch neben Gehältern warten natürlich auch noch die Ablösesummen. Die sowieso schon sehr hohen Summen könnten für englische Teams somit noch schwerer zu stemmen sein. Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass Top-Spieler für englische Klubs noch teurer werden und die englischen Vereine einen großen Nachteil gegenüber anderen EU-Ländern haben.

Was sich die Football Association erhofft

Auf den ersten Blick scheint der Brexit für alle Beteiligten nicht viel Positives für den Fußball zu bedeuten. Die Football Association wittert darin allerdings eine Chance für die englische Nationalmannschaft. Die vielen ausländischen Spieler, vor allem die Talente, sind dem Verband ein Dorn im Auge, da dadurch die englischen Talente weniger Chancen in der Premier League bekommen. Ob das für die „Three Lions“ der richtige Weg ist, wird sich zeigen, allerdings scheint es so, als würde die Football Association die Interessen der Nationalmannschaft über die der Liga stellen. Das erfreut nicht alle Verantwortlichen. Viele Trainer, unter anderem Liverpool Coach, Jürgen Klopp, haben bereits vor den Auswirkungen im englischen Fußball gewarnt.

Die Gewinner des Brexits

Wo es Verlierer gibt, gibt es in der Regel auch Gewinner! So auch in diesem Fall. Von einer schwächeren Premier League würden hauptsächlich die restlichen Top-Ligen profitieren. Bisher wird die englische Liga einheitlich als stärkste europäische Top-Liga angesehen. 84% der FanQ-User sind der Meinung, dass die englische Liga in Sachen Qualität am stärksten ist. Der Brexit würde für die Bundesliga, La Liga, die Serie A und die Ligue 1 sicherlich die Chance bieten, den Vorsprung der Premier League zu verringern.

Ob es aber überhaupt so weit kommt und was in diesem Fall passieren würde, bleibt abzuwarten. Auf die Frage ob der Brexit Auswirkungen auf den europäischen Fußball haben wird gibt es jedoch eine klare Antwort und die lautet Ja.

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